2022,  Slowakei

Speichersee bei Pezinok – Driny Höhle – Schloss Smolenice – See bei Drahovce

Strecke: 77 km

Übernachtung: See bei Drahovce

Stehen am Speichersee? Das verlangt ja direkt nach einem morgendlichen Bad. Nach dem Aufstehen geht es erst einmal ins Wasser zum Planschen. Heute steht eine erste kleinere Wanderung (zum Eingewöhnen) und der Besuch der Driny Höhle auf dem Programm.

Bei unserem Aufbruch in Deutschland haben wir keinen großen Wasservorrat mitgenommen. Da unser Wasser langsam zur Neige geht, müssen wir heute auffüllen. Park4Night zeigt uns eine Möglichkeit zum „Wassertanken“ an, die direkt auf der Strecke liegt. Das ist unser erstes Ziel. Als wir bei den Koordinaten ankommen: Ernüchterung. Wir stehen vor dem verschlossenen Gelände eines Wochenmarktes, umgeben von einem Maschendrahtzaun, gekrönt mit Stacheldraht. Den Wasserhahn sehen wir nur durch die Maschen. Wir fassen uns ein Herz, parken das Wohnmobil nah am Zaun, greifen drüber und bedienen den Hahn von außen. Mit vollem Tank geht es in Richtung Wanderparkplatz der Driny Höhle.

Wassertanken durch den Zaun

Wir passieren niedliche kleine Ortschaften mit verschlafenen Restaurants. Modernes Bauhaus existiert hier neben verfallener Bauernhof-Ruine. Wunderschöne kleine und große Kirchen, hinter hohen Mauern, umgeben von riesigen Bäumen. Goldgelbe Weizenfelder wiegen sich im Wind oder sind bereits abgeerntet.

Wir müssen beim Fahren höllisch aufpassen: Die Slowakei ist in der Hand der Radfahrer. Menschen auf Rennrädern fahren auf Bundesstraßen, Dorfstraßen, Waldwegen, Fahrradwegen. E-Bikes sehen wir selten. Das Radnetz scheint sehr gut erschlossen. Überall sehen wir Hinweisschilder und Wegweiser.

Auf dem recht großen Wanderparkplatz angekommen, machen wir erst einmal eine kleine Pause. Auch heute hält unser Früchtefrühstück nicht lange an – obwohl wir dieses Mal eine noch größere Portion hatten. Gestärkt machen wir uns auf den Weg, die Driny Höhle zu erkunden und den Záruby zu erklimmen. Auf unserer Wanderung zum Záruby mit Besuch der Driny Höhle sehen wir unser erstes „Achtung Bären“ Schild. Weiter oben auf dem Weg, im ausgetrockneten Bachbett, dringt uns plötzlich ein widerlicher Gestank in die Nase. Neben dem Pfad liegt ein völlig zerfetztes Rehkitz – oder das, was davon noch übrig ist. War das vielleicht ein Bär? Wir wollen es gar nicht so genau wissen und passieren die Stelle möglichst schnell. 

Auf dem Weg zum Záruby

Die Aussicht vom Gipfel ist atemberaubend. Wir verweilen kurz, erfreuen uns an der weiten Landschaft und machen Brotzeit. Die Zeit zurück ins Tal vergeht wie im Flug. Völlig ausgelaugt, verschwitzt und dreckig, sind wir froh wieder am Auto zu sein. Vielleicht haben wir uns für die erste, „leichte“ Tour doch ein bisschen zu viel zugemutet. Zumal es sehr heiß und sonnig ist.

Auf dem Gipfel des Záruby

Ich habe die Tour auch dazu benutzt meine neuen Wanderschuhe einzulaufen. Meine Begleiter der letzten 5 Jahre waren endgültig durch. Mara hat deshalb für mich vor dem Urlaub auf Vinted (ehemals Kleiderkreisel) – ein Startup inkl. App, bei dem man gebrauchte Bekleidung kaufen und verkaufen kann – neue Wanderschuhe gekauft. Dieses Mal wollte ich etwas anderes – Synthetik anstelle von Leder, in der Hoffnung, dass die Schuhe leichter und endlich wasserfest sind. Ich habe mich für ein Paar Terrex Swift von adidas entschieden, weil ich die Terrex-Modelle bereits von meinem Junior kenne. Was soll ich sagen? Absolute Begeisterung! Endlich Halt im Schuh. Die Unsicherheiten beim Abstieg sind verschwunden. Mara und ich sind stellenweise fast ins Tal gerannt.           

Frisch gestärkt, aber immer noch verschwitzt und dreckig, machen wir uns auf dem Weg zu Schloss von Smolenice. Dieses befindet sich keine 10 Minuten vom Wanderparkplatz entfernt. Wir parken gleich neben der Kirche, unter einem riesigen Baum. Unsere müden Beine tragen uns den Berg zum Schloss hinauf. Das Schloss selbst ist mittlerweile in Privatbesitz, kann aber besichtigt werden. Wir machen ein paar Fotos, ruhen uns im Schatten der Bäume aus und dann geht’s zurück zum Auto.

Parken an der Kirche
Schloss Smolenice

Nächster Halt: Ein Stellplatz in Drahovce an einem See. Die Fahrt führt über enge Landstraßen und durch Dörfer. Vorbei an großen Kuhställen. Die Zeit scheint in manchen Örtchen stehengeblieben und wir wähnen uns vor dem Fall des Eisernen Vorhangs.

Am Schlafplatz angekommen, geht es ins Wasser, bevor wir die Unmenge an TooGoodToGo Tomaten in eine leckere Tomatensoße verwandeln und sehr früh schlafen gehen.  

Wieder ein wunderschöner Platz am See

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